Trotz KiTa-Mangel keine neuen Gruppen in Grone- Nord

CDU-Ratsfraktion Göttingen wollte neues Angebot in der Astrid-Lindgren-Grundschule schaffen

Die Nachfrage nach KiTa-Plätzen ist in Göttingen ungebrochen hoch. Gleichzeitig weisen viele Schulen einen enormen Mehrbedarf an Klassen- und Fachräumen auf. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen hat diese beiden Punkte zusammengebracht und Anfang des Jahres einen Lösungsansatz für den in Fragen der KiTa-Versorgung besonders angespannten Stadtteil Grone vorgeschlagen. Durch den Umzug der Astrid-Lindgren-Grundschule (ALiS) in die auslaufende Heinrich-Heine-Schule – bereits jetzt nutzt die ALiS dort einige Räume – sollte der Mehrbedarf an Räumen gedeckt und gleichzeitig in der dann leeren Astrid-Lindgren-Schule ein KiTa-Zentrum entstehen. Die CDU hat dazu im April dieses Jahres einen Antrag in den Rat eingebracht.

„Wir haben uns mit der Verwaltung darauf geeinigt, dass diese für den Ort Grone entscheidende Frage zunächst mit dem Ortsrat beraten werden soll. Diesem wurde allerdings in seiner Sitzung im September nur ein Ergebnis ohne Diskussion vorgelegt und mitgeteilt, dass schon Tatsachen geschaffen wurden, indem die Produktionsschule für die nächsten zwei Jahre die Heinrich-Heine-Schule nutzt“, so Wibke Güntzler für die CDU-Fraktion.

Alle Mitglieder des Ortsrates Grone haben daraufhin gemeinsam auf ihr Anhörungsrecht nach dem NKomVG hingewiesen. Da die Räume der Heinrich-Heine-Schule einer veränderten Nutzung zugeführt wurden, hätte der Ortsrat sich eigentlich damit in einer Sitzung befassen müssen. Das stößt auch bei der CDU bitter auf. „Wir haben den Antrag extra nach hinten geschoben, um die vor Ort beteiligten Personen in das Verfahren einzubeziehen“, so Wibke Güntzler. Die Verwaltung habe mittlerweile den Fehler eingesehen und wolle nun in den Dialog mit dem Ortsrat treten.

Perspektivisch will die CDU daher an der vorgeschlagenen Umnutzung festhalten, muss doch die Heinrich-Heine-Schule aufgrund 2007 investierter Fördermittel des Bundes 25 Jahre lang schulisch genutzt werden. „Anstatt wieder irgendwo teuer anzubauen, sollte man auch die vorhandenen Gebäude besser nutzen“, so Güntzler. Angesichts der stockenden KiTa-Projekte in Grone, zum Beispiel der ADLER Real Estate AG, in der Martin-Luther-Straße oder dem EAM-Gebäude, müsse dringend Abhilfe geschaffen werden. Auch diese Projekte würden nämlich noch nicht einmal den durch Neubaugebiete entstehenden Mehrbedarf abdecken. „Wir wollen uns auch weiterhin konstruktiv in der Frage nach besserer und vor allem wortortnaher KiTa-Betreuung einbringen. Wir brauchen eine verlässliche Perspektive für die Eltern in Grone und eine zeitlich absehbare tragfähige Lösung“, so Güntzler.