Stadt soll Göttinger Vereinen durch die Krise helfen

CDU möchte durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geratene Vereine unterstützen

Die Corona-Pandemie macht vor keinem Teil der Gesellschaft halt. Wirtschaftliche Belange werden zum großen Teil durch Förder- oder Liquiditätsprogramme des Landes Niedersachsen oder des Bundes abgedeckt. Bisher unbeachtet bleiben hingegen die ehrenamtlichen Vereinsstrukturen. Die CDU-Ratsfraktion Göttingen bittet daher die Stadt um Prüfung, wie Vereine, die wegen der Corona-Krise durch finanzielle Einbußen betroffen sind, unterstützt werden können.

„Einige wenige Vereine können die unterstützenden Programme des Landes und des Bundes in Anspruch nehmen. Darunter fallen z.B. größere Sportvereine, die Mitarbeiter beschäftigen oder in anderer Weise wirtschaftlich tätig sind. Die große Menge der Vereine, die sich aber allein durch Mitgliedsbeiträge oder die Vermietung ihrer Räumlichkeiten an Dritte über Wasser halten, stehen ganz allein da“, meint der Vorsitzende des Sportausschusses, Dr. Thomas Häntsch.

Die CDU regt konkret an, den Vereinen, die eine Erbpacht für genutzte Flächen der Stadt zahlen, diese für das Jahr 2020 zu erlassen. Ähnlich sollte mit Mieten für städtische Gebäude oder Grundstücke umgegangen werden. Zudem wird die Verwaltung gebeten, weitere Möglichkeiten der Unterstützung zu prüfen.

„Immer mehr Menschen nehmen die Vereine nur noch als Service-Dienstleister für bestimmte Dienstleistungen wahr. Teilweise stapeln sich gerade die Austrittsschreiben, weil diese Service-Leistungen aktuell eben nicht angeboten oder wahrgenommen werden können. Einzelne Vereine bitten bereits ihre Mitglieder darum, gemeinsam durch diese Krise zu gehen. Wir hoffen, dass unsere Gesellschaft auch in diesen schwierigen Zeiten zusammenhält. Falls aber immer mehr Vereine in finanzielle Schwierigkeit geraten, müssen wir darauf vorbereitet sein, ihnen zu helfen. Nur so kann auch das normale Leben nach der Corona-Pandemie wieder Fahrt aufnehmen“, so Häntsch.

Antrag der CDU-Ratsfraktion Göttingen

Vereine in Zeiten der Krise unterstützen

Der Rat möge beschließen:

Die Stadt Göttingen soll Vereine, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten, unterstützen. Unter anderem könnte den Vereinen, die eine Erbpacht für genutzte Flächen an die Stadt zahlen, diese für das Jahr 2020 erlassen werden. Die Verwaltung wird zudem gebeten, weitere Möglichkeiten der Unterstützung zu prüfen und vorzuschlagen.

Begründung:

Die Corona-Hilfspakete von Bund und Land sollen einige finanzielle Aspekte zumeist von Gewerbetreibenden oder unternehmerisch Tätigen abdecken. Darunter fallen nur unter bestimmten Voraussetzungen einige wenige Vereine. Nicht berücksichtigt werden aber aktuell die Einnahmeverluste der großen Anzahl an zum Beispiel Sportvereinen, die durch die Nichtvermietbarkeit von vereinseigenen Räumlichkeiten betroffen sind. Zeitgleich müssen Mitglieder gehalten und Übungsleiter bezahlt werden. Es entstehen große finanzielle Lücken und die Verantwortlichen stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Das Vereinsleben hält unsere Stadt zusammen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir gemeinsam diese schwierige Zeit durchstehen und da wo es geht die Menschen unterstützen. Die Vereine in Göttingen benötigen Unterstützung bei der Bewältigung dieser Krise.