Stadt plant Busbetrieb zum Kehr nach Corona-Krise

CDU begrüßt Linienanbindung durch Diesel-Kleinbus und wartet auf E-Ladesäule an der Grete-Henry-Straße

Der Kehr wird nach der Corona-Pandemie mit dem ÖPNV erreichbar sein. Das beschließt aller Voraussicht nach der Finanzausschuss der Stadt Göttingen in seiner Sitzung am 5. Mai 2020. Die CDU-Fraktion begrüßt die Anbindung des beliebten Ausflugsziels sehr. Die jetzt zu treffende Entscheidung im Ausschuss für einen Kleinbus gehe nämlich auch auf Anregung der Union zurück, die die Anbindung des Kehrs mit einem elektrisch betriebenen Kleinbus ins Gespräch brachten. Vorher waren diverse Versuche einer Anbindung der Haltestelle auf dem Kehr über die Bismarckstraße gescheitert. Die Straße ist für den regulären Linienbetrieb großer Busse nicht geeignet.

„Mittelfristig wird der Diesel-Kleinbus durch einen E-Bus ersetzt. Dieser wird dann auch barrierefrei sein. Der einzige Knackpunkt für den Betrieb der Strecke mit einem kleinen E-Bus war die fehlende Ladeinfrastruktur. Diese haben wir im November 2019 erreichen können. Der diesbezügliche Antrag beinhaltete den Bau einer Ladesäule für kleine E-Busse an der geplanten großen Ladestation für E-Busse der GöVB an der Grete-Henry-Straße. Wenn die Ladesäule steht, kann also auch der barrierefreie E-Bus eingesetzt werden“, so Katharina Schüle-Rennschuh, die die CDU-Fraktion im Umweltausschuss vertritt.

Der CDU wurde in der zurückliegenden Diskussion öfter vorgeworfen, die ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusvereins Göttingen-Dransfeld e.V. für den Fahrbetrieb zum Kehr einspannen zu wollen. „Das war und ist völliger Quatsch“, so Schüle-Rennschuh. „Die Aufgabe des öffentlichen Personennahverkehrs ist eine rein kommunale. Für uns als CDU ist es völlig klar, dass wir als Stadt die Anbindung aller gesellschaftlich relevanten Ziele durch den ÖPNV anzubieten haben. So eigentlich auch Strecken, die jetzt durch Ehrenamtliche angeboten werden.“ Der Fraktion gehe es in erster Linie um den Bus der GöVB, der durch den Verein genutzt wird und seine Auslastung. Aktuell wird er nämlich nur unter der Woche gefahren und steht am Wochenende still.

Die CDU will sich zudem dafür einsetzen, dass die Streckenführung erweitert wird. „Ein reiner Pendel-Verkehr zwischen Grete-Henry-Straße und Kehr ist zu kurz gedacht. Mindestens die Stadthalle und das GDA Wohnstift sollten als Anfangs- und Endpunkte der Route geplant werden, um durch ein größeres Einzugsgebiet die Attraktivität der Strecke zu erhöhen“, so Schüle-Rennschuh. Die CDU sieht das zusätzliche Busangebot ergänzend zum regulären Verkehr. „Eine PKW-Maut für die Strecke oder Parkgebühren lehnen wir als Fraktion strikt ab, zumal nur einige Flächen am Kehr in öffentlicher Hand sind.“

Der Finanzausschuss tagt am 5. Mai 2020 ab 16:00 Uhr wegen der Corona-Pandemie im Ratssaal der Stadt Göttingen unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.