Ratsantrag fordert Planungssicherheit für Bonifatiusschulen I und II

Fast ein Jahr ist vergangen und noch immer liegt kein Ergebnis der Standortprüfung vor.

Im Rahmen des Schulstättenentwicklungskonzeptes hat die CDU-Ratsfraktion im letzten Sommer bereits einen Änderungsantrag zu der Prüfung von Standortalternativen der Bonifatiusschule I und II in der Sitzung des Schulausschusses am 27. August 2020 eingebracht. Die Verwaltung sicherte eine Prüfung zu, lieferte bislang aber weder einen Zwischenbericht noch gar ein Ergebnis. Auch Nachfragen an die Verwaltung im Schulausschuss zu möglichen Alternativen für die Bonifatiusschule I im Innenstadtbereich blieben bislang fruchtlos. Daher fordern wir die Stadtverwaltung mit einem Ratsantrag in der Sitzung am 18. Juni 2021 auf, das Ergebnis der Standortprüfungen und die Entwicklungsmöglichkeiten vor Beginn der Sommerferien 2021 im Schulausschuss zu präsentieren. Ferner werden in dem Antrag zwei Varianten für den Fall vorgeschlagen, dass kein geeignetes Gebäude in der Innenstadt zur Verfügung stehen sollte. Die Vorschläge entsprechen den Wünschen beider Schulen und würden den Schulalltag nicht beeinflussen.

Das sagt Wibke Güntzler, Mitglied im Schulausschuss für die CDU-Ratsfraktion:

„Schulen benötigen eine aktive Mitwirkung, eine kooperative Zusammenarbeit und zuverlässige Aussagen von dem jeweiligen Schulträger, wenn Notwendigkeiten sich nicht autonom von ihnen lösen lassen. In dieser Angelegenheit zeichnet sich schon seit einigen Monaten ab, dass die Erfordernisse beider Schulen, bedauerlicherweise auch vom Mehrheitsbündnis Rot-Grün, umgangen oder teils ignoriert werden. Die achtlose Behandlung und zeitliche Verschleppung unserer Anträge und Anfragen zur Entwicklung und Standortfrage der Bonifatiusschulen ist für uns nicht akzeptabel. Von einem transparenten Handeln seitens der Stadtverwaltung können wir hier auch nicht mehr ausgehen, wenn in dem gesamten Zeitraum nicht einmal ein Zwischenergebnis vorgelegt oder ein Dialog geführt wird. Wir wollen, dass alle Schulen bedarfsgerecht gefördert, ausgebaut oder ausgestattet werden. Da ist es zwingend erforderlich im Dialog zu bleiben!“

Zum Hintergrund:

Die Bonifatiusschulen benötigen für die kurz-, mittel- und langfristige Zukunft ebenfalls Planungssicherheit, welche das KAZ bereits durch den Haushaltsantrag im Februar 2021 von dem Mehrheitsbündnis erhalten hat und nun in der ehemaligen Voigtschule verbleiben wird.

Ein Aufschub zur Standortprüfung und zum weiteren Vorgehen für die Anliegen beider Schulen auf einen undefinierten Zeitpunkt ist für Schuleinrichtungen mit den bereits bestehenden Raumdefiziten nicht zufriedenstellend.

Die Bonifatiusschulen können sich eine Kooperation in der Nutzung von einem Gebäude in der Innenstadt vorstellen, halten allerdings die Zusammenführung mit dem KAZ in der ehemaligen Voigtschule aufgrund verschiedener Aspekte für schwierig.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Bonifatiusschule I als Grundschule und die Bonifatiusschule II als Oberschule mit besonderen Profilen fester Bestandteil der Innenstadt sind und bleiben sollten, weil die Schulen von vielen Kindern aus diesem Gebiet und des nahen Umfeldes stark frequentiert werden. Im Besonderen ist aber auch die gute Anbindung in der Innenstadt zu beachten, die fußläufige Nähe für anwohnende Kinder sowie die gute Erreichbarkeit über den ÖPNV für Kinder aus den anderen Stadtbereichen ist zwingend aufrechtzuerhalten. Die Standortfrage der Bonifatiusschule I ist einhergehend mit der Sicherstellung der Grundschulversorgung in der Innenstadt. In diesem Stadtbereich steht als weitere Grundschule nur die Albani-Schule zur Verfügung, bei welcher schon jetzt die Kapazitäten erschöpft sind.