Otto-Hahn-Gymnasium braucht Zukunftsperspektiven

CDU drängt weiterhin auf viergeschossigen Anbau, um Bedarfe zu decken und Entwicklung zu ermöglichen

Der Rat der Stadt Göttingen hat im Mai 2019 einstimmig ein Schulentwicklungskonzept beschlossen. Dort enthalten war auch die Anerkennung von über 20 fehlenden Räumen zum Unterrichten und Lernen sowie eine Mensa am OHG. Diese fehlt der Schule aktuell ganz. Im Haushalt waren für den vierstöckigen Anbau 7,7 Mio. € bereitgestellt. Die Schulverwaltung legte, unterstützt von SPD und Grünen, zu Beginn dieses Jahres einen neuen Vorschlag vor, der nur noch einen Anbau über drei Etagen und die Nutzung der Mensa in der BBS II vorsah. Vorgeschoben wurden dabei die Investitionskosten, die inzwischen von 7,7 Mio. € auf 16,3 Mio. € für einen vierstöckigen Anbau gestiegen waren. Mit dem Weglassen der vierten Etage sollte beim Bau 1 Mio. € gespart werden. Dieser Vorschlag wurde trotz heftiger Proteste aus Politik, Eltern- und Schülerschaft in der Schulausschusssitzung am 11. März 2020 mehrheitlich beschlossen.

„Es geht um eine Million Euro für das vierte Geschoss, das alle räumlichen und didaktischen Probleme der Schule auf einen Schlag lösen könnte. Diese Investition ist im Verhältnis zu der wahrscheinlich jahrzehntelangen anfallenden Miete für die BBS II gut vertretbar“, so der schulpolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Thomas Häntsch.

Der Schulausschuss der Stadt Göttingen berät nun am 25. Juni 2020 erneut über die Zukunft des Otto-Hahn-Gymnasiums. Die Stadt schlägt einen Anbau am OHG inklusive Mensa vor. Der Bedarf an Klassenräumen soll durch Anmietungen in der BBS II gedeckt werden. Absprachen mit dem Landkreis darüber habe es bereits gegeben, konkrete Zahlen für bevorstehende Mietkosten können aber nicht genannt werden. Wie lange diese Nutzungsregelung gelten könnte, sei ebenfalls unklar. Eine von CDU und dem Lehrervertreter im Schulausschuss ins Gespräch gebrachte hinterher aufgestockte vierte Etage am Anbau wird aktuell von der Stadtverwaltung mit offenem Ergebnis untersucht und bewertet. Ob sie jemals umgesetzt werde würde, sei laut Einschätzung der CDU mehr als fraglich.

„Das Otto-Hahn-Gymnasium ist seit Jahren das am stärksten angewählte Gymnasium unserer Stadt. Es platzt aus allen Nähten. Wir müssen dringend den Bedarf an Räumlichkeiten decken und der Schule endlich Zukunftsperspektiven eröffnen. Für uns steht völlig außer Frage, dass nur ein kompletter, vierstöckiger Anbau am OHG wirklich nachhaltig die Probleme lösen kann“, so Häntsch.