Nachfragen zur Nutzung des Industriegebiets Dragoneranger

CDU-Ratsfraktion Göttingen will Prozess transparenter gestalten und fragt aktuellen Planungsstand an

Das Industriegebiet Am Dragoneranger entfacht in der Bevölkerung und den politischen Gremien einen enormen Diskussionsbedarf. Nachdem in mehreren Entscheidungen 2016 und 2017 Bebauungspläne aufgestellt und Flächennutzungspläne genehmigt worden sind, hat sich in den vergangenen Wochen erheblicher Gesprächsbedarf in Bürgerschaft und Politik ergeben.

„Für uns ist das Grund genug, um den aktuellen Planungsstand anzufragen“, so der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion Göttingen, Olaf Feuerstein. Nachdem bisher nur bekannt wurde, dass ein Betonwerk am südlichen Ende des Dragonerangers entstehen soll, liegen für die restlichen Flächen noch keine offiziellen Pläne vor. Befürchtungen stehen im Raum, dass ähnlich zum Siekanger größere Logistikhallen das Bild des neuen Industriegebietes prägen würden. Für die CDU sei das ein ganz wesentlicher Punkt, so Olaf Feuerstein: „Was wir brauchen ist ein qualifiziertes Gewerbegebiet mit Platz für Ausgründungen aus den Hochschulen oder den wissenschaftlichen Instituten, also Raum für junge Unternehmen und mutige Ideen.“

Das bedeute nicht, dass sich die CDU grundsätzlich gegen die damals gefassten Beschlüsse stelle. Es gehe aber jetzt um die Ausgestaltung der Fläche und dabei um die Abwägung aller Argumente. Zumindest die mögliche Umsiedlung des Betonwerkes steht für die CDU-Fraktion jedoch außer Frage. „Auf diesen Umzug hat sich insbesondere ein Unternehmen seit langem vorbereitet. Wir wollen, dass Sartorius auch weiterhin in Göttingen wachsen kann. Dafür müssen wir anderen Firmen Ausweichflächen zur Verfügung stellen“, so Feuerstein.

Anfrage zur Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am 13. November 2020

Planungsstand des künftigen Industrie- und Gewerbegebietes Am Dragoneranger

Zur Planung und Belegung eines Industrie- und Gewebegebietes am Dragoneranger in Weende zwischen B3 und Leine gibt es in der Bevölkerung und in den politischen Gremien erheblichen Diskussionsbedarf. Bisher ist lediglich bekannt geworden, dass am südlichen Ende ein Betonwerk loziert werden soll; ansonsten gibt es große Befürchtungen, dass das Gelände mit vergleichbar großen Logistikhallen wie beispielsweise am Siekanger bebaut werden könnte. Allerdings sind auch Überlegungen der CDU öffentlich gemacht geworden, diese relativ Uni-nahen Flächen für eine Art „Innovationscluster“ für Ausgründungen aus der Universität und den Max-Planck-Instituten vorzuhalten. Wir fragen daher die Verwaltung:

  1. Trifft es nach wie vor zu, dass am südlichen Ende des Dragonerangers ein Betonwerk errichtet werden soll? Wie groß ist die Fläche, die hierfür vorgesehen ist? Wann ist mit dem Umzug der Firma zu rechnen?
  2. Wieviel Restfläche wird dann noch für weitere Nutzungen zur Verfügung stehen? Welche Nutzungsarten für Industrie und Gewerbe sollen hier in welchen Teilbereichen vorgegeben werden?
  3. Gibt es für diese Flächen bereits konkrete Interessenbekundungen, insbesondere für den Sektor Logistik? Können mögliche Investoren bereits konkret benannt werden? Wie weit ist der jeweilige Verhandlungsstatus?
  4. Wird auch innerhalb der Verwaltung erwogen, mindestens den nördlichen Teil des Dragonerangers als eine Art Campus für junge Unternehmen mit Wurzeln im Universitäts- und Forschungsbereich zu reservieren und ggf. hier mit der städtischen Tochter GWG entsprechende Gebäudekomplexe zu beplanen?