Innovative und CO2 reduzierende Paketzustellungen in Göttingen mit der SLAM-City-Logistik!

Erklärtes Ziel ist die Verkehrsbelastung in der Innenstadt und der Fußgängerzone mit einem emissionsfreien und effizienten Zustellprozess deutlich zu reduzieren und den lokalen Handel zu stärken.

Darum geht es:

Eine innovative, konzentrierte und umweltfreundlichere Innenstadtlogistik mit der Lieferung von Paketen über emissionsfreie Fahrzeuge und Lastenräder könnte in der Göttinger Innenstadt bald zur Realität werden! Damit würden die zahlreichen Paketanlieferungen über die verschiedenen Dienstleister aus der Innenstadt und der Fußgängerzone weichen und die Umweltbelastungen würden abnehmen. Die CDU-Ratsfraktion setzt sich mit einem initiierten interfraktionellen Antrag genau dafür ein und wird das Pilotprojekt „SLAM-City-Logistik“ im Umweltausschuss am 29. Juni 2021 gemeinsam mit den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der FDP, der Göttinger Linken sowie dem Ratsherrn Francisco Welter-Schultes einbringen. Die Vorstellung des Pilotprojektes, welches zuerst auf eine Laufzeit von fünf Jahren ausgerichtet ist, wird informell die Logistikwege, die Möglichkeiten der Abwicklung und die Zukunftspotenziale aufzeigen.

Das sagt Olaf Feuerstein, Fraktionsvorsitzender der CDU-Ratsfraktion:

„Mit dem Pilotprojekt würde Göttingen als Modellkommune vorangehen und überregional aufzeigen, welche Potenziale die SLAM-City-Logistik mit sich bringt. Neben dem geoordneten und konzentrierten Zustellprozess in der Innenstadt, können auch die lokalen Händler, Dienstleister und Gewerbetreibenden das Logistiknetz nutzen, um ihre Waren und Produkte dem Kunden bis vor die Haustür zu liefern. Auch die Besucher und Anwohner werden einen sicht- und spürbaren Vorteil erfahren, denn sie werden den zahlreichen Lieferzeugen in der Innenstadt und Fußgängerzone nicht mehr ausweichen müssen, zudem wird sich die Luft- und Aufenthaltsqualität messbar verbessern. Wir können mit SLAM-City-Logistik alle profitieren und agieren mit der Umsetzung des Projektes nachhaltig, klimaschonend und zukunftsweisend.“

Das sagt Rolf Becker, Fraktionsvorsitzender von Bündis90/Die GRÜNEN:

„Wir GRÜNE machen uns seit Jahren für eine nachhaltige City-Logistik für Göttingen stark. Bereits 2016 haben wir eine klimaschonende City-Logistik für Göttingen gefordert, Inbound und Outbound. Also mit Blick sowohl auf die Letzte Meile, als auch mit Blick auf die Lieferung nach Hause. Wir sind sehr froh über den geglückten Start des LeiLa-Lieferdienstes, der Ware aus der Innenstadt ins ganze Stadtgebiet liefert und damit genau da ansetzt, wo wir fördern möchten. Das Projekt muss sich dauerhaft etablieren. Gleichzeitig brauchen wir für eine höhere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt die Bündelung der Anlieferung. Hier setzt SLAM an: Es wird einen Hub außerhalb der Innenstadt geben, an den Paket- und Lieferdienste liefern. Von dort aus erfolgt die Verteilung in der Innenstadt über emissionsfreie Fahrzeuge, bevorzugt Lastenräder. Damit fährt dann ein Fahrzeug in die Stadt, nicht dutzende. Ein echtes Plus für Aufenthaltsqualität und Klima.“

Das sagt Felicitas Oldenburg, umwelt- und verkehrspolitische Sprecherin der FDP-Ratsfraktion Göttingen:

„Mit einer umweltfreundlichen Bündelung der Zulieferung wird die Sicherheit und Attraktivität der Innenstadt durch weniger Fahrzeugverkehr gestärkt. Mit dem gestellten Antrag wollen wir das marktwirtschaftliche Konzept der City-Logistik unterstützen und so den Lieferverkehr in der Innenstadt nachhaltig verbessern. Das SLAM-Modell bringt die Erwartungen der Kundinnen und Kunden auf schnelle Lieferung mit der Lage der Innenstadt zusammen und kann überdies ein echtes Gegengewicht der Innenstadthändler gegen große Online-Versandhändler wie Amazon bilden. Über eine enge Zusammenarbeit mit ProCity und der GWG wollen wir das Projekt zu einem Erfolg führen.“

Das sagt Edgar Schu, Gruppenmitglied der Göttinger Linke/ALG-Ratsgruppe:

„Wir freuen uns über die breit getragene Initiative. Es ist ein wichtiger Einstieg, sehr neue und im Umgang mit Ressourcen und der Natur sanfte Wege zu gehen.“

Zum Hintergrund:

In der Göttinger Innenstadt und Fußgängerzone liefern derzeit sieben große Zustellanbieter mehrere Tausend Pakete täglich aus und überschreiten auch oftmals leider auch die Einfahrtsbeschränkung nach 11.00 Uhr vormittags. Die Einzelhändler und Anwohner der Innenstadt können kalkulatorisch und realistisch betrachtet bis zu sieben Mal am Tag ihre Pakete erhalten. Das bedeutet für viele Einzelhändler einen Mehraufwand in der Annahme und Verwaltung der gelieferten Waren, während des Geschäftsbetriebes, sodass Arbeitsabläufe gegebenenfalls mehrfach unterbrochen werden müssen.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass in den Lieferfahrzeugen bisweilen nicht das gesamte Volumina ausgeschöpft wird, weil Zeit vor Füllgrad geht, sodass nicht vollausgelastete Fahrzeuge zum Anliefern vorfahren. 

Bislang verfügt die Göttinger Innenstadt nicht über ausgewiesene Ladezonen, sodass die Lieferfahrzeuge immer dort halten, wo sie nahegelegen zum Zustellort einen Platz finden. Für die Nutzer/-innen der Innenstadt setzt das die volle Aufmerksamkeit voraus. Gerade bei älteren Menschen, Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen oder Kindern ist diese Umsicht nicht gewährleistet. Auch die Aufenthaltsqualität durch eine Lärm- und Luftbelastung beim Flanieren oder Verweilen im Café ist mit so vielen Lieferfahrzeugen gestört. Fußgänger müssen auf den teils unkoordinierten Verkehr in der Fußgängerzone Rücksicht nehmen und Erfordern gegebenenfalls das Ausweichen. Zum Vergleich könnte man den Kauf-Park oder vergleichbare Einkaufszentren anführen: Hier käme niemand auf die Idee, über die innere Ladenzeile in die Geschäfte zu liefern. Hier wird grundsätzlich über Ladebereiche angeliefert.

Zurzeit liefert jeder Zusteller beim Halten mit seinem Fahrzeug statistisch rund 1,9 Pakete aus, bevor er weiterfährt. Mit einem effizienten Logistikkonzept wäre eine Zustellung von vier bis fünf Paketen pro Halt realisierbar. Damit könnte es bis zu einer Halbierung der gefahrenen Kilometer und zu einer entsprechenden CO2-Einsparung führen.

Mit der Bündelung des Lieferverkehrs über ein SLAM-City-Logistik-Konzept für einen definierten Lieferbereich in der Innenstadt und der Fußgängerzone könnte die Zustellung auf der letzten Meile (Abkürzung SLAM für Sustainable LAst Mile) umweltfreundlich, zeitsparend und nachhaltig erfolgen. Im Idealfall ist nur noch ein emissionsfreies Fahrzeug für einen definierten Lieferbereich der letzten Meile unterwegs, wodurch sehr viele Pakete pro Stopp in kürzester Zeit an die Adressaten ausgeliefert werden können. Eine Steigerung der Effizienz führt zu einer schnelleren Auslieferung des Liefergutes, zu weniger benötigten Fahrzeugen und vielen anderen positiven Nebeneffekten.