Aktuelles aus dem Stadtverband

06.03.2014, 14:12 Uhr | CDU/FDP Gruppe im Rat der Stadt Göttingen
Ausstieg aus der Harzwasserversorgung?
Sieben Städte kündigen ihre Beteiligungen – Güntzler warnt vor Privatisierung
Wer wird in Zukunft den Göttingern vier Fünftel ihres Trinkwassers liefern? Diese besorgte Frage stellt MdB Fritz Güntzler (CDU), Mitglied im Aufsichtsrat der Göttinger Stadtwerke AG. Erste Presseberichte aus Goslar und Hildesheim wurden mittlerweile bestätigt: Sieben der elf kommunalen Konsorten mit fast zwei Dritteln des Kapitals haben ihre Beteiligung gekündigt. Diese könnten nach einer Jahresfrist auch an private Investoren weiterveräußert werden. Güntzler spricht sich klar dafür aus, dass dieses lebenswichtige Wasserversorgungsnetz in öffentlicher  Hand bleiben muss: „Ob die verbliebenen Kommunen und damit auch Göttingen  ihre Beteiligungen erhöhen werden oder ob das Land Niedersachsen selbst einspringen will und kann, muss zügig geklärt und abgestimmt werden – aber man darf jetzt auch nicht in Panik verfallen.“ 
Göttingen -

Schon 1996 gab es unter Ministerpräsident Schröder den ersten  Privatisierungsanlauf, die damals durch das Engagement der Hansestädte Hamburg und Bremen und der niedersächsischen Städte abgewehrt werden konnte. „Das Land Niedersachsen wird weiterhin ein Vorkaufsrecht ausüben können. Ich appelliere an Ministerpräsident Weil, das auch zu tun, bevor hier internationale Hedge Fonds zum Zuge kommen“, erklärt Güntzler.

Die Stadt Göttingen ist über die Stadtwerke AG mit 6 % an  der Harzwasserwerke GmbH  beteiligt. Seit 75 Jahren werden aus deren Talsperren im Harz Städte von Göttingen über Wolfsburg bis Bremen jährlich mit 90 Mio. Kubikmeter weichem Trinkwasser versorgt. Damit ist das Unternehmen der größte Wasserversorger in Niedersachsen und unter den zehn größten Wasserversorgern in Deutschland. Neben der Trinkwassersorgung wurde den Werken  von Schröder wichtige Aufgaben des Hochwasserschutzes  übertragen sowie die Unterhaltung des berühmten “Oberharzer Wasserregals“, dessen kompliziertes Netz von Stauteichen, ober- und unterirdischen Kanälen einst die Harzbergwerke mit Wasserenergie versorgen musste. „ Bei immer noch günstigen Wasserpreisen drücken die zusätzlichen Lasten drücken wohl so auf die Rendite, dass die Kündigung zumindest erklärlich ist. Das Land muss deshalb auch prüfen, ob es den Harzwasserwerken weiter diese hohen Kosten außerhalb ihres eigentlichen Unternehmenszweckes zumuten kann.“, gibt Güntzler zu bedenken.