Hilfsprogramm für Göttinger Sportvereine

CDU-Ratsfraktion will Vereinen Nutzungsentgelte erlassen und mit Hilfsfonds Strukturen sichern

Die CDU-Ratsfraktion Göttingen fordert ein Hilfsprogramm für Göttinger Sportvereine. Erbpachten, Mietzinsen oder sonstige Entgelte, die Vereine für die Nutzung von Sportinfrastruktur an die Stadt zahlen, sollen auf Antrag zinslos gestundet werden können oder bei finanziellen Härtefallen nicht erhoben werden. Zudem soll ein Hilfsfonds in Höhe von 40.000 € aufgelegt werden. Dieser soll Liquiditätsengpässe der Vereine verhindern, die zum Beispiel durch Ausfall von Mitgliedsbeiträgen, Kursgebühren oder Honorarforderungen für Übungsleiterinnen und Übungsleitern in finanzielle Schieflage geraten.

„Es gibt in diesem Bereich ein erhebliches Handlungspotential“, so der sportpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Dr. Thomas Häntsch. „Vereine können Kurse nicht anbieten, müssen dafür die erhobenen Gebühren an ihre Mitglieder zurückzahlen und im schlimmsten Fall noch gleichzeitig Honorarforderungen von Übungsleiterinnen und Übungsleitern nachkommen. Uns geht es um die strukturelle Erhaltung der Sportlandschaft. Wir wollen diesen Vereinen helfen.“

Dass der Bedarf dafür groß ist, bestätigt unter anderem ein Hilfsprogramm, das in Nordrhein-Westfalen bereits anläuft und teilweise kommunal, zum Beispiel in Köln, unterstützt wird. „Natürlich hoffen wir auf eine Lösung aus Hannover. Dass diese aber alle unsere für Göttingen spezifischen Fragestellungen abdecken kann, ist aber mehr als fragwürdig. Die Stadt sollte da helfen, wo sie kann“, so Häntsch.

Der Antrag wird in der Sitzung des Finanzausschusses am 5. Mai 2020 beraten. Die CDU-Fraktion hat die Verwaltung darum gebeten, aufgrund der gebotenen Eile bereits bis dahin eine beschlussreife Vorlage zu erstellen.

Antrag der CDU-Ratsfraktion Göttingen zum Finanzausschuss am 5. Mai 2020

Hilfsprogramm für Göttinger Sportvereine

Der Finanzausschuss möge dem Rat zum Beschluss vorlegen:

Die Verwaltung wird gebeten, ein Hilfsprogramm für die Göttinger Sportvereine aufzulegen. Erbpachten, Mietzinsen oder sonstige Entgelte, die Vereine für die Nutzung von Sportinfrastruktur an die Stadt zahlen, sollen auf Antrag zinslos gestundet werden können oder bei finanziellen Härtefallen nicht erhoben werden. Zudem soll ein Hilfsfonds in Höhe von 40.000 € aufgelegt werden. Dieser soll Liquiditätsengpässe der Vereine verhindern, die zum Beispiel durch Ausfall von Mitgliedsbeiträgen, Kursgebühren oder Honorarforderungen für Übungsleiterinnen und Übungsleitern in finanzielle Schieflage geraten.

Begründung:

Die Göttinger Sportvereine sind von der Corona-Pandemie stark betroffen. Sie können ihren vielfältigen Aufgaben und Leistungen nur noch in sehr eingeschränkter Form nachkommen. Damit einhergehend sind erhebliche finanzielle Auswirkungen bei den Sportvereinen zu erwarten, die unter bestimmten Umständen existenzbedrohend werden können. Um die Vereine in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und sie und ihr Angebot für die Sportlandschaft strukturell zu erhalten, wird die Stadt gebeten ein Hilfsprogramm aufzulegen.

Mögliche Förderkriterien könnten etwa die Anzahl der ausgefallenen Kurse oder die Höhe der offenen Honorarforderungen sein. Die Stadt Köln hat bereits ein solches Programm aufgelegt und diverse Förderkriterien erarbeitet, an denen man sich orientieren könnte.

Vereine fallen aktuell weder in Bundes- oder Landesförderprogramme. In Nordrhein-Westfalen wurde ein eigenes Förderprogramm für Sportvereine aufgelegt, das wie zum Beispiel in Köln teilweise kommunal unterstützt wird. Dass der Bedarf in Niedersachsen gegeben ist, zeigen vermehrte Nachfragen regionaler Vereine und die Aussagen des Landessportbundes.

Aufgrund der gebotenen Eile bitten wir die Verwaltung bereits bei der Einbringung des Antrages in die nächste Sitzung des Finanzausschusses eine beschlussreife Vorlage zu erstellen.