Fraktion vor Ort: 12. Bericht zum Hagenweg 20/20a am 12. Juli 2021

Bericht von Olaf Feuerstein, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Göttingen

Liebe Göttinger Bürger,

liebe Unterstützer für den Hagenweg,

viele Kritiker meiner Arbeit im Hagenweg wundern sich, dass zwischen dem 11. Bericht und dem heutigen 12. Bericht einige Wochen verstrichen sind und hoffen, dass mir die dort die Puste ausgeht… keine Sorge, das wird so schnell nicht passieren! Man muss nicht immer vor Ort sein, um dennoch Dinge positiv zu bewegen, das passiert auch häufig gern mal hinter den Kulissen.

Die letzten vier Wochen habe ich genau für solche Hintergrundgespräche genutzt. So habe ich mich mit unserer Sozialdezernentin Petra Broistedt zusammengesetzt und versucht nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Die avisierten weiteren Gespräche im erweiterten Kreis stocken hier allerdings.

Danach habe ich mich mit dem Geschäftsführer der Diakonieverbands Göttingen, Herrn Jörg Mannigel, ausgetauscht. Sozialarbeiter der Diakonie kümmern sich auch schon seit Jahren um einige Bewohner aus dem Hagenweg. In dieser Woche treffen wir uns bereits ein weiteres Mal. In Sachen Hagenweg wollen wir ausloten, wie wir gemeinsam mehr erreichen können und, wo wir eventuell unnötig doppelt tätig sind. Während dieser guten Gespräche kommen einem gleich viele neue gute Ideen in den Sinn. Hierzu später gern mehr.

Den nächsten guten Termin und Gesprächsaustausch hatte ich mit der WEG-Verwaltung Bonea. Die Geschäftsführerin Frau Böttcher und ich konnten Vieles besprechen und aufklären. Auch haben wir in diesem Gespräch aufschlüsseln können, an welchen Punkten wir zu unterschiedlich arbeiten und vorgehen; mit den Absprachen konnten wir nun Kräfte bündeln. Sicherlich ist eine WEG-Situation in vielen Häusern mit verschiedenen Eigentümern keine einfache Angelegenheit, um Mängel schnell zu beseitigen – so auch im Hagenweg. Bei 19 Eigentümern und unterschiedlichsten Interessenlagen stellt es eine schwere Geburt dar. Die WEG-Verwalterin hat also eine komplizierte Aufgabe in einem Haus zu bewältigen, welches seit Jahren durch die vorherigen Verwalter und Eigentümer als Melkmaschine genutzt wurde. Bei der letzten WEG-Versammlung wurde dann endlich auch die komplette Dachsanierung beschlossen… ein erster wichtiger Schritt vor dem nächsten Winter!

Schaut man mal ins Büro der vor Ort arbeiteten Hausverwalterin Frau S., sieht man eine große Vielzahl an Reparaturaufträgen, welche alle erfasst oder in Bearbeitung sind. Viele meiner vor Ort festgestellten Mängel sind darin schon teilweise erfasst oder werden sofort notiert und beauftragt. Auch alle von mir gemeldeten Wasserschäden und solche, die schon bekannt waren, wurden inzwischen abgestellt. Hier müssen nun noch die Folgearbeiten der Wasserschäden durch Malerbetriebe erledigt werden.

Bei meinen etlichen Rundgängen bin ich vermehrt von vielen Familien auf diverse Schäden angesprochen worden, auch hier hat die Bonea umgehend Ersatzwohnraum im Haus angeboten.

Zwischendurch habe ich vor vier Wochen Martin Dieckmann vom Café Hope und Haus der Hoffnung e.V. kennengelernt. Sehr viele fleißige Helfer im Ehrenamt kümmern sich seit knapp vier Jahren intensiv in der Groner Landstrasse 9a/9b auf vielfältigste Weise. Seit kurzem kümmert sich Martin Diekmann nun auch mit einigen Helfern um die verschiedensten Bedürfnisse einiger Bewohner im Hagenweg. Wie gesagt, alles aus privaten Mitteln und Hilfen, ohne einen städtischen Euro!

Hierfür wird die CDU im nächsten Haushalt Mittel beantragen, um diese wertvolle Initiative dauerhaft zu stärken. Mit Martin Dieckmann treffen ich mich im zweiten Teil dieser Woche direkt im Hagenweg, um das weitere Vorgehen vor Ort zu klären. Viele weitere Punkte klären wir einfach, schnell und unkompliziert zwischendurch telefonisch.

Was gibt es zwischenzeitlich aus dem Rat und den Ausschüssen zu berichten?

Wir als CDU haben nun verschiedene Anträge gestellt und müssen dann bei den jeweiligen Fachdiskussionen im Ausschuss feststellen, dass unsere Ideen belächelt und kleingeredet werden. Schließlich wüssten wir gar nicht, wer schon alles im Hagenweg seit Jahren wertvolle Arbeit leistet. Gerade aus Kreisen der SPD kommen nur Schlaumeier-Kommentare, aber wenig ernst zu Nehmendes und von Hilfe schon mal gar keine Spur. Über drei Jahrzehnte Rot-Grüne Ratspolitik haben in den Problemimmobilien keine signifikanten Verbesserungen herbeigeführt. Besonders die SPD mit ihren Sozial- und Kulturdezernentinnen haben sich mehr um Kultur, als um diese sozialen Brennpunkte gekümmert. Stattdessen wird nun uns vorgeworfen, als CDU auch nichts getan zu haben. Richtig, das hätten wir in den letzten Jahren auch noch stärker wahrnehmen sollen, aber die Regierungsverantwortung der letzten Jahre oblag der SPD!

Natürlich ist es unangenehm, wenn ausgerechnet die Opposition sich nun mehr kümmert, als die eigentlich Verantwortlichen. Aber was ist daran so schlimm, sich Fehler einzugestehen und einfach die Ärmel hochzukrempeln, um die Zustände abzustellen?

Das knapp 60-seitige Handlungspapier der Stadtverwaltung für die Problemimmobilien allein wird es nicht reißen, auch nicht, nun mit allen Rechtsmitteln einfach eventuell ins Haus einzurücken. Hier ist in den letzten Jahren viel Vertrauen verspielt worden. Nicht jeder der dort wohnt, wohnt dort freiwillig. Viele Familien mit Kindern wollen unbedingt umziehen und benötigen hierbei eine Einzelfallhilfe. Eine komplizierte Aufgabe, die einen dauerhaften Sozialarbeiter im Haus vor Ort braucht und keine Besserwisser-Sprüche aus Rat und Verwaltung.

Am 12. September dieses Jahr sind wieder Kommunalwahlen, vielleicht gibt es den dringend benötigten frischen Wind im Rathaus. Mein Wunsch an die neuen und alten Ratskollegen:

Lasst uns alle mal eine Nacht im Hagenweg verbringen und am Folgetag würden mit Sicherheit alle wissen, was dringend zu tun ist.

Herzlichst,

Ihr Olaf Feuerstein