Doppelnutzung des OMH durch JT und KAZ soll geprüft werden

CDU-Ratsfraktion Göttingen will an alte Verwaltungs-Pläne anschließen und sie neu bewerten lassen

„Vorgeblich alternativlose Zwangslagen kennen wir zur Genüge“, erklärt Olaf Feuerstein, Fraktionsvorsitzender der CDU-Ratsfraktion. „Nach der bitteren Kostenexplosion bei der Stadthalle können wir zwar verstehen, dass die Verwaltung versucht, die Gesamtkosten beim Otfried-Müller-Haus auf sechs Millionen Euro zu deckeln. Wenn aber nach Abschluss der Arbeiten nur noch das Junge Theater (JT) in das Gebäude zurückkehrt, dann entstehen an anderer Stelle Kostenbelastungen in Millionenhöhe, die man ehrlicherweise den Baukosten zurechnen müsste. Ganz gleich, ob das Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrum (KAZ) im Gebäude der alten Voigtschule verbleiben oder irgendwo anders hin umziehen sollte, werden dann in diesen substantiell wertvollen Gebäuden andere Nutzungen gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich sein. Das wird auch finanzielle Folgen haben.“

Die Förderung von drei Millionen Euro für die Sanierung war ursprünglich für ein Konzept eingeworben worden, nach dem sowohl das JT als auch das KAZ nach Abschluss der Arbeiten ins Otfried-Müller-Haus zurückkehren sollten. Es sei unstrittig, dass die Raumverhältnisse für beide Nutzer bis zum temporären Umzug in die Voigtschule mehr als unbefriedigend waren. Aber trotzdem ist der jetzige Verwaltungsvorschlag mit dem JT als künftigem Alleinnutzer Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, deutlich zu einfach gestrickt: „Künftig wird es im Gebäude keine ständige Gastronomie mehr geben. Damit wären bereits Flächen für andere Nutzungen gewonnen. Nun soll aber gerade hier das Foyer mit Garderobe eingerichtet werden. Warum hat man so schnell die Idee fallen lassen, dem Theatersaal ähnlich wie beim Deutschen Theater einen kostengünstigen Glasanbau seitlich vorzusetzen, wo genügend Raum wäre für Foyer, Kasse und Garderobe? Wir erwarten, dass vor einer endgültigen Entscheidung auch diese Variante ernsthaft erwogen und durchgerechnet wird.“

Nach Ansicht der CDU-Ratsfraktion könnte unter anderem mit einer solchen Lösung genügend Raum geschaffen werden, so dass sowohl das JT als auch das KAZ hier künftig vernünftig arbeiten können. Nicht jeder Wunsch wird erfüllt werden: Auch wenn für das KAZ die Übungsräume im Kellerbereich nicht optimal waren, hält es die CDU aber aus Kostengründen für erforderlich, diese auch nach der Sanierung weiterhin in irgendeiner Form zu nutzen.

Antrag der CDU-Ratsfraktion zur Sitzung des Bauausschusses am 10. Dezember 2020

Der Bauausschuss möge dem Rat zum Beschluss vorlegen:

Die Verwaltung wird beauftragt, dem Bau- und dem Kulturausschuss ein Raumkonzept vorzulegen bei dem im finanziellen Rahmen des bestehenden Sanierungsbudgets von sechs Millionen Euro, das Junge Theater und das KAZ gemeinsam das sanierte Otfried-Müller-Haus nutzen. Dabei soll dargestellt werden, ob eine gemeinsame Nutzung grundsätzlich möglich ist und wenn nicht, aus welchen konkreten Gründen die Verwaltung eine gemeinsame Nutzung in Zukunft ausschließt. Die Spiel- und Probekapazitäten des JT sind dabei prioritär zu berücksichtigen.

Begründung:

Beim Auszug von Jungem Theater und KAZ aus dem Otfried-Müller-Haus war angedacht, dass beide dorthin nach der Sanierung wieder zurückziehen. Diese Pläne wurden verwaltungsseitig mit der Begründung einer Überschreitung des Budgets verworfen. Seitdem soll nur noch das JT in das dann sanierte OMH umziehen. Zwecks Transparenz bitten wir die Verwaltung, für das angepeilte Budget von 6 Millionen Euro Varianten zu prüfen, wie JT und KAZ gemeinsam im sanierten OMH unterkommen können.

Zudem ist die Nutzung der ehemaligen Voigtschule immer noch ungeklärt. Wenn das Gebäude in Zukunft wieder vollständig schulisch genutzt wird, muss die gemeinsame Nutzung des Otfried-Müller-Hauses durch JT und KAZ weiterhin in Betracht gezogen werden.