CDU will Göttingens wertvolle Naturflächen schützen

Ratsantrag fordert Naturkataster für bisher nicht weiter untersuchte Grünflächen

Der Grüngürtel im Süden und der Göttinger Stadtwald im Osten sind ökologisch gut untersuchte Gebiete der Universitätsstadt. Bislang quasi unbeachtet dagegen erstrecken sich über das gesamte Stadtgebiet weitere, ebenfalls ökologisch vielfältig strukturierte und wertvolle Gebiete. Diese Lücke will die CDU-Ratsfraktion mit einem Antrag schließen. Göttingen soll ein Naturkataster bekommen. Dazu sollen der Umweltatlas aus dem Jahr 1989, die Biotopkartierung aus dem Jahr 2000 und der Lärmaktionsplan aus dem Jahr 2013 fortgeschrieben werden.

„Eine wichtige Aufgabe kommunaler Politik und Verwaltung ist jeher der Bereich der Daseinsvorsorge. Mit den wachsenden Gefährdungen unserer Umwelt durch die Folgen von Klimawandel und menschlichen Eingriffen nimmt der Naturschutz als Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlage auch im Stadtgebiet immer mehr an Bedeutung zu. Die Diskussion um Windräder im Wald, die großen Leitungsprojekte der Energieversorger, Holzgewinnung für Heizwerke mit und ohne Pyrolyse, Vermaisung der Landschaft für Bioenergieanlagen, Ausweisung großer Bau- und Gewerbegebiete sind neben den zwei Dürrejahren nur einige Faktoren, die den Druck auf unsere Natur erhöhen. Mit dem Umweltatlas aus dem Jahr 1989, der Biotopkartierung aus dem Jahr 2000 und dem Lärmaktionsplan aus 2013 wurden bereits Grundlagen für umweltbezogene Planungen und Maßnahmenkonzepte im Sinne einer ökologisch orientierten Stadtentwicklung geschaffen. Diese gilt es nun für die Bereiche des Stadtgebietes fortzuschreiben, die bisher nicht untersucht wurden”, erläutert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katharina Schüle-Rennschuh.

Der Antrag wird in der öffentlichen Ratssitzung am 14. Februar 2020 beraten. Beginn ist um 16:00 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses.

Antrag der CDU-Ratsfraktion zur Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am 14. Februar 2020

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Naturkataster für alle bisher ökologisch nicht weiter untersuchten Bereiche des Stadtgebietes zu erstellen. Dafür sind der Umweltatlas aus dem Jahr 1989 sowie die Biotopkartierung aus dem Jahr 2000 fortzuschreiben. In diesem Rahmen ist auch der Lärmaktionsplan aus dem Jahr 2013 zu aktualisieren. Die interessierte Öffentlichkeit ist in dieses Vorhaben einzubinden, um gegebenenfalls Hinweise geben zu können.

Begründung:

Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes im Jahr 2017 ist der Landschaftsplan als eine sehr grobe Fortschreibung der ökologischen Potenziale im Stadtgebiet zu sehen. Er bildet als Übersicht die Arbeitsgrundlage für die zielgerichtete und umfassende ökologische Entwicklung der gesamten Stadt. Durch den Grüngürtel im Göttinger Süden und die Naturschutzverordnung des Göttinger Waldes im Osten sind zwei große Bereiche inzwischen abgedeckt. Allerdings blieb das restliche, ebenfalls ökologisch vielfältig strukturierte Stadtgebiet bisher vergleichsweise unbeachtet. Mit diesem Antrag will die CDU-Fraktion die beschriebene Lücke schließen und das gesamte Stadtgebiet im Hinblick auf ökologisch wertvolle Flächen oder Naturelemente erfassen und die nach europäischen Recht alle fünf Jahre geforderte Erfassung der Lärmbelästigung umsetzen.