CDU gegen Rückbau von Busbuchten in Göttingen

Bauausschuss berät über Testergebnisse der Probephase in Geismar

Die Stadtverwaltung schlägt dem Bauausschuss in seiner Sitzung am 6. Februar 2020 vor, grundsätzlich alle vorhandenen Busbuchten zurückzubauen. Dieser Entschluss gehe auf eine durchgeführte Testphase in Geismar zurück. Dort wurden die Busbuchten an den Haltestellen Magdeburger Weg, Kiefernweg, Hauptstraße und Kurmainzer Weg jeweils provisorisch zu Fahrbahnrandhaltestellen zurückgebaut. Die CDU-Ratsfraktion spricht sich nach dieser durchgeführten Testphase gegen generelle Rückbauten aus.

„Das Hauptargument der Verwaltung ist die Zeitersparnis, die sogenannte Fahrbahnrandhaltestellen gegenüber Busbuchten einbringen würden. Im Test wurde nun gemessen, dass eine Zeitersparnis von insgesamt bis zu 24 Sekunden zusammengerechnet auf alle vier testweise zurückgebauten Haltestellen eingefahren werden kann. Diese Zeitersparnis von maximal bis zu 6 Sekunden pro Haltestelle steht in keinem Verhältnis zu den restlichen Verkehrsteilnehmern, die sich hinter dem Bus Haltestelle für Haltestelle stauen“, so Hans Otto Arnold, der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion.

Diese langen Autoschlangen wären aber nicht nur für die Fahrer ärgerlich, sondern könnten im schlimmsten Fall sogar Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst behindern. Das stellt sogar die Verwaltung in ihren Testergebnissen fest. Zudem wird dort beobachtet, dass die haltenden Busse oft von einzelnen Kraftfahrzeugen überholt worden sind, ohne eine ausreichende Sicht auf den Gegenverkehr zu haben. Auch das sei ein gefährlicher und genauso ungewollter Nebeneffekt.

„Jeder Verkehrsteilnehmer muss Rücksicht auf den ÖPNV nehmen. Wenn ein Bus aus der Busbucht wieder in den fließenden Verkehr einscheren will, hat das absolute Priorität. Dass aber für den wesentlich längeren Teil des Haltes beim Ein- und Aussteigen alle hinter dem Bus warten müssen, kann nicht die Lösung sein“, so der Fraktionsvorsitzende Olaf Feuerstein.

Richtig ist, dass manche Busbuchten den Rad- und Fußverkehr einschränken. Dies ist aber auch an Fahrbahnrandhaltestellen, zum Beispiel an der Reinhäuser Landstraße, nicht anders. Dafür müsse genau wie für den barrierefreien Umbau der Haltestellen Lösungen gefunden werden. Dies gehe allerdings nicht nur durch das generelle Rückbauen von Busbuchten, sondern stehe unabhängig davon.