Begegnung, Beratung und neue KiTa für das Leineviertel

CDU-Fraktion Initiator eines überparteilichen Vorstoßes für Quartierszentrum mit KiTa am Gartetalbahnhof

Der Sozialraum Leineviertel und insbesondere das Gebiet um den Gartetalbahnhof mit dem Wohnkomplex Groner Landstraße 9 benötigt nicht erst seit den Schlagzeilen während des verhängten Corona-Lockdowns mehr Unterstützung, als er in den vergangenen Jahren bekommen hat. Die CDU-Fraktion hatte vor der Sommerpause angekündigt, sich politisch weiterhin um dieses Thema zu kümmern und ist auf alle Fraktionen im Rat der Stadt mit einem Vorschlag zugekommen. Dieser beinhaltet die Wiederaufnahme von Planungen und Konzepten, die bereits 2017 unter anderem von der Jugendhilfe Göttingen e.V., teilweise auch schon im Gespräch mit der Stadtverwaltung, begonnen wurden.

„Es gab vor Jahren bereits Gespräche, wie man den Herausforderungen des Sozialraums Gartetalbahnhof am besten begegnen kann. Passiert ist seitdem leider wenig. Das, was wir gemeinsam mit allen anderen politischen Kräften im Rat der Stadt vorschlagen, ist eine große und umfassende Lösung. Um die Quartiersarbeit im Leineviertel nachhaltig zu verbessern, brauchen wir zusätzlich zur Stärkung der Arbeit des Jugendhauses Gartetalbahnhof ein Zentrum für Begegnung und Beratung mit Kooperationspartnern für alle Alters- und Sozialgruppen. Auch eine Kindertagesstätte wird dringend gebraucht“, so Karin Schultz, die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion.

Aktuell plant die Verwaltung eine auf das Mindestmaß reduzierte Version. In einer angemieteten Wohnung im Leineviertel soll auf 60qm ein Quartiersbüro eingerichtet werden. „Das ist eigentlich offensichtlich, dass damit nichts bewegt werden kann. Wir brauchen einen gemeinsamen Kraftakt und kein Klein-Klein“, so Schultz.

Besonderen Wert legt die CDU-Fraktion auf die Kinder- und Jugendarbeit und damit die bessere Unterstützung für das Jugendhaus Gartetalbahnhof. „Aktuell leben allein in der Groner Landstraße 9 rund 200 Kinder und Jugendliche. Schon bei den Jüngsten müssen wir die Grundlagen schaffen, dass Sie mit anderen Kindern auch außerhalb ihres gewohnten Umfeldes in Kontakt kommen, die Sprache lernen und schlussendlich auf die Schule vorbereitet werden. Eine Kindertagesstätte halten wir für unumgänglich“, so Schultz.

Interfraktioneller Antrag von CDU, B‘90/Grüne, FDP, SPD, GöLinke/ALG, Partei und Francisco Welter-Schultes für die Ratssitzung am 18. September 2020

Quartiersarbeit im Leineviertel nachhaltig stärken

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der Jugendhilfe Göttingen e.V. und weiteren Trägereinrichtungen die 2017 begonnenen Planungen und Konzepte für eine Begegnungsstätte mit Quartierszentrum und Kindertagesstätte im Leineviertel weiterzuverfolgen.

Ein Gesamtkonzept für die Quartiersarbeit im Leineviertel ist gemeinsam mit den Kooperationspartnern und unter Berücksichtigung ihrer Vorarbeiten zu erstellen und dem Jugendhilfe- und Sozialausschuss vorzulegen. Unabdingbar ist neben der Stärkung der Arbeit des Jugendhauses Gartetalbahnhof der Aufbau eines Quartierszentrums mit Kooperationspartnern für alle Alters- und Sozialgruppen sowie der Bau einer Kindertagesstätte in unmittelbarer Umgebung. Es ist darauf zu achten, dass die wichtigen Funktionen der Mach-Mit-Wiese als sozialer Treffpunkt zur Naherholung und für Bewegungsangebote erhalten bleibt.

Insbesondere der Wohnkomplex Groner Landstraße 9 benötigt zusätzliche Beratungs- und Unterstützungsangebote, die durch die aktuellen Planungen der Verwaltung mit der Anmietung einer Wohnung als Quartiersbüro nicht erfüllt werden können.

Begründung:

Der Sozialraum Leineviertel und insbesondere das Gebiet um den Gartetalbahnhof mit dem Wohnkomplex Groner Landstraße 9 benötigt mehr Unterstützung, als er in den vergangenen Jahren bekommen hat. Dafür ist ein großer Kraftakt nötig. Viele unterschiedliche Organisationen und Initiativen leisten bereits eine sehr gute Quartiersarbeit. Sie sind Ansprechpartner die für die Menschen vor Ort.

Leider können noch nicht alle Bewohner des Viertels ausreichend angesprochen werden. Viele Probleme beginnen schon damit, dass kein KiTa-Platz für die vielen dort lebenden kleinen Kinder, insbesondere aus der Groner Landstraße 9, gefunden werden kann. In der Schule macht sich dann diese fehlende Betreuung oft bemerkbar. Es braucht also eine ganzheitliche Lösung, die bei der Kinderbetreuung beginnt und die vor allem die Familien mit einbezieht.

Den Jugendlichen wird bereits ein vielfältiges Angebot durch das Jugendhaus Gartetalbahnhof ermöglicht. Die offene Kinder- und Jugendarbeit mit ihren unterschiedlichen Beratungsangeboten leistet eine sehr gute Arbeit und muss zusätzlich gestärkt werden. Der Bedarf an weiteren Partnern, um umfangreichere und an den Bedarfen von Menschen aller Altersgruppen orientierte Projekte durchzuführen, ist aber offensichtlich gegeben. Bereits jetzt werden durch die Jugendhilfe Göttingen e.V. weitere, niedrigschwellige Angebote im Rahmen des Quartiersmanagements angeboten. Die Gemeinwesenarbeit vor Ort muss sich weiterentwickeln.

Um Platz für Begegnung, Beratung und Partizipation zu schaffen, brauchen die Menschen unsere Unterstützung. Die Konzepte und Planungen zur Erweiterung der Quartiersarbeit aus dem Jahr 2017 müssen daher dringend weiterverfolgt werden.