Baugemeinschaften in Göttingen werden gefördert

CDU-Haushaltsantrag zur besseren Koordinierung privater Bauherren wird umgesetzt

Wie auf Vorschlag der CDU-Ratsfraktion Göttingen im städtischen Haushalt 2019/20 beschlossen, gibt es nun seit Januar 2020 eine Koordinierungs- und Beratungsstelle für Baugemeinschaften und alternative Wohnmodelle in Göttingen. Baugemeinschaften sind ein Zusammenschluss mehrerer privater Bauherren, die gemeinsam zur Eigennutzung oder Vermietung, Wohn- und Gewerbeimmobilien bauen oder umbauen. Im Vergleich zu einzelnen privaten Bauprojekten können durch diesen Zusammenschluss mehrerer Personen die Gesamtkosten um circa fünfzehn Prozent gesenkt werden. Es entfallen unter anderem Risiko- und Gewinnzuschläge, Vertriebskosten und Maklerprovisionen. Der Baugemeinschaft wird die Möglichkeit gegeben, ihre individuellen Wohnanforderungen Wirklichkeit werden zu lassen. Die CDU erhofft sich dadurch mehr Flexibilität auf dem angespannten Göttinger Wohnungsmarkt und sieht eine Chance darin, mehr Menschen an Wohneigentum teilhaben zu lassen.

Damit wird auch eine Lücke geschlossen, die CDU-Ratsherr Hans Otto Arnold seit vielen Jahren im Bauausschuss beklagt hat: „Viele andere Städte von Hamburg bis Freiburg machen uns seit über fünfzehn Jahren vor, wie es gelingen kann, dass Bauinteressierte unter Koordinierung der Stadt zu neuen gemeinschaftlichen Wohnmodellen finden. Göttingen bietet dafür mit Sicherheit die entsprechende Klientel, nur hat es in früheren Zeiten aus Geldmangel nie zur Einrichtung einer entsprechenden Beratungs- und Koordinierungsstelle gereicht.“

Zwar hatte es schon bei den großen Neubaugebieten wie den Zietenterrassen oder dem Kiesseekarree Vorschläge gegeben, Flächen für Baugemeinschaften zur Verfügung zu stellen – aber es gab mangels einer Anlaufstelle zu Koordinierung und Beratung hierfür nie eine echte Chance zur Realisierung.

„Die Koordinierung von Interessenten für gemeinschaftliche Wohnprojekt kann dabei nur der erste Schritt sein. Wenn die Beratung gesichert ist, müssen auch entsprechende Areale zur Verfügung gestellt werden. Aber da sehe ich bei der Vielzahl neuer Bauflächen in Göttingen kein Problem. Zudem können solche Projekte auch hervorragend im Altbestand realisiert werden“, erklärt Olaf Feuerstein, CDU-Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Bauausschuss.