450.000 € für Container-Lösung am Otto-Hahn-Gymnasium

CDU sieht Maßnahme als unumgänglich, dennoch offenbare sie eklatante Schwächen der Verwaltung

Das Otto-Hahn-Gymnasium braucht mehr Platz. Die Schule ist seit vielen Jahren das am stärksten angewählte und damit wohl auch beliebteste Gymnasium der Stadt. Der Schulausschuss hat in seiner Sitzung am 25. Juni 2020 mit einer nur knappen Mehrheit von sieben zu fünf Stimmen entschieden, dass das OHG einen dreistöckigen Anbau bekommt. Die dann noch fehlenden Klassenräume sollen in der naheliegenden BBS II angemietet werden. Ein vierstöckiger Anbau hätte eine Million Euro mehr gekostet und alle räumlichen Probleme gelöst. Die Raumnot hatte sich vor zwei Jahren noch verschärft, als ein baufälliger, barackenähnlicher Schulpavillon mit vier Behelfsklassenräumen dem Neubau eines Verwaltungsgebäudes des Landkreises weichen musste und abgerissen wurde.

Für die Zeit bis zur Fertigstellung des Anbaus sollen nun neue Container als Behelfslösung fungieren. Eine Mietlösung sei gescheitert, darum müsse die Stadt die Container für insgesamt 450.000 € erwerben. Die Verwaltung begründet diesen Schritt damit, dass man schnell handeln müsse, um zum neuen Schuljahr zusätzliche Räume zur Verfügung stellen zu können.

„Der Stadt kann man zwar keinen Vorwurf machen, dass der Vermieter der Container abgesprungen ist. Sehr wohl muss man aber kritisieren, dass das Thema seit Jahren verschlafen wurde und man jetzt Hals über Kopf eine Lösung für das nächste Schuljahr in sechs Wochen finden muss. Seit Anfang 2017 ist bekannt, dass die alten Container, die dort 40 Jahre lang gestanden haben, Mitte des Jahres 2018 rückgebaut werden. Man hatte also über zwei Jahre Zeit, eine geeignete Lösung zu finden. Was die Verwaltung in der Zeit gemacht hat um das Problem zu lösen, ist mir schleierhaft“, so Wibke Güntzler.

„Die Containerlösung ist zwar unumgänglich, um mehr Platz für die Schule zu schaffen. Dennoch sind wir fassungslos darüber, mit welcher Dreistigkeit den Schülerinnen, Schülern und der gesamten Schule jetzt die halbe vierte Etage als Containerlösung vor die Nase gesetzt wird“, so Güntzler. Der Bedarf der Schule sei nach wie vor groß und ob die Miete von Räumen in der BBS II ausreiche, um alle Schüler unterzubringen sei fraglich. „Die Container werden sich wohl zu einem Dauerprovisorium entwickeln“, befürchtet Güntzler. Mit ein wenig mehr Planung und Voraussicht hätte diese teure Investition wohl verhindert werden und das Geld direkt in die Finanzierung der vierten Etage fließen können.